Seminar-Weblogs: 
  
  
  
  
 

John Maeda

Maeda_Foto: Maeda_Name:

 

"Der einzige Weg für eine künstlerische Technologie liegt bildlich gesprochen darin, Augen und Sinne des Künstlers mit den Händen und dem Verstand des Technikers zu verbinden. Das Ergebnis einer solchen Zusammen arbeit übertrifft dann alle Erwartungen von Künstler und Techniker"(John Maeda)

 

Biographie

-Geboren in Seattle als Sohn Japanischer Einwanderer
-Vorlieben für Mathematik und Kunst
-1984 Computer Science Studium am Massachusetts Institute of Technologie (MIT)
-1989 Master in Computer Science
-Begegnung mit den Arbeiten des Designers Paul Rand
-Wechsel zur Kunsthochschule in Japan
-Design-Aufträgefür, Programmieren & Design
-seit 1996 Professor für Design am MIT
-mit 33 Jahren Leiter der Aesthetics & Computation Group (ACG)
-Nachfolger von Nicholas Negroponte als Direktor des Media Lab

 

Design By Numbers
Aesthetics & Computation Group, MIT 1999

Maeda sieht wahres Können eines digitalen Designers in der Programmierung. Das Erlernen von Programmieren erfordert viel Übung und Talent, ähnlich der Malerei. Da in der digitalen Gestaltung Programmkenntnis an die Stelle von technisch-motorischem Geschicklichkeit getreten ist, wird sie leicht (fälschlicherweise) mit Können gleichgestellt. Da jedes Programm nur limitierte Kreativität ermöglicht, sollte ein Gestalter seine eigenen Programme erstellen können.
DBN ist als eine Einführung für Gestalter in die Grundprinzipien der Programmierung gedacht. Es ist Sprache und Programmierumgebung zugleich. Die Sprache ist sehr einfach gehalten, und ähnelt in der Struktur Sprachen wie Java oder C. Die einfache Syntax mit Begriffen wie"paper, line, dot" ist schnell erlernbar.

Maeda_DBN:

Beipiele: http://dbn.media.mit.edu/examples1.html
Programm: http://dbn.media.mit.edu/dbn/

Design By Numbers ist jedoch nicht als Versuch zu verstehen, dem Computer die Gestaltung zu überlassen, und somit den Designer zu ersetzen, so Maeda:
"Design is intuition, not intelligence. It is talent, not facts and rules. And if we can't teach humans how to be talented designers, I doubt that we can teach machines."

 

Reactive Books
John Maeda

Sein Ziel des intensiveren Verstehens und Kombinierens der zwei Medien Papier (Haptik, Print) und Computer (Programmieren) verfolgt John Maeda seit 1995 mit seinen im Digitalogue-Verlag erschienenen "Reactive Books".

"The Reactive Square", 1995
In "The Reactive Square" erfolgt die Befehlseingabe über ein Mikrophon, ausgehend von der Vision eines Computers ohne komplizierte mechanische Eingabemechnismen.
"Flying Letters", 1996
"12 o'clocks", 1997
"Tap, Type, Write", 1998
"Tap, Type Write...a tribute to the original word processor" ist eine Sammlung von 10 Anwendungen, in denen intuitiv-spielerisch mit den Buchstaben des Alphabets umgegengen werden kann.

 

Aesthetics & Computation Group
Seit 1996 ist John Maeda Design-Professor am MIT Media Lab und Leiter der Aesthetics & Computation Group (ACG).
ACG ist ein experimentelles Forschungs-Studio, das Kunst, Design und Programmieren mit dem Ziel vereint, neue System-Architekturen und visuelle Ausdrucksformen zu entwickeln. ("...To enable the creation of (as yet) unimaginable forms and spaces").

Anemone
Im ACG-Projekt "Anemone" wird der Prozess des "organic information design" verwendet, um die sich ständig verändernden Besucherstroeme (...) einer Web Site zu visualisieren.

Maeda_growth1:   Maeda_growth2:   Maeda_growth3:
Struktur der Site

Maeda_node1:   Maeda_node2:
Vielbesuchte Seiten

Maeda_group1:   Maeda_group2:   Maeda_group3:
Themenverwandte Seiten

Anemone in Aktion:
http://acg.media.mit.edu/people/fry/anemone/applet/

 

"Die allgemeine Wahrnehmung des Computers als ein Gegenstand mit Bildschirm, Keyboard, und Maus führt von der echten Identität des Computers als rein konzeptionelle Masse weg."(John Maeda)

 

Atmosphere
Maeda_atmosphere:

Als alternatives Visuelles Format anstelle der gewohnten Ordner und Fenster stellt "Atmosphere" eine Datenwolke dar. Die in der ACG entwickelte Installation (momentan im Museum of Modern Art) wird durch drei Interface-Terminals ergänzt, an denen die Daten-Visualisierungen manipuliert werden kann.

Maeda_atmosphere2:
Interface-Terminals

quicktime: http://acg.media.mit.edu/concepts/volume04.html

 

"Die Entwürfe der Studenten, die den Computer schlichtweg als Medium aus Plastik betrachten, sind genauso variationsreich, als hätte man ihnen Metall, Plastik oder Sperrholz als künstlerischs Utensilien zu Verfügung gestellt. Die Kreativität auf diese Art und Weise zu Fördern, kann mit dem unglücklichen Drang unserer Gesellschaft in Widerspruch stehen, die zwei unterschiedliche Denktypen hervorbringt: Der eine ist technisch begabt und humanistisch nicht zu gebrauchen, während der humanistisch begabte im technologischen Bereich ungeschickt ist. Solche Grenzziehungen scheinen unproduktiv zu sein, wenn man bedenkt, dass wir mehr als je zuvor Menschen brauchen, die die Technologie humaner gestalten und vor allem eine Verbesserung der Gesellschaft statt der Technologie anstreben." (John Maeda)

 

Quellen
John Maeda, Design by Numbers (MIT Press,0-262-133547)
John Maeda, Maeda @ Media (Bangert Verlag, ISBN 3-925560-99-8)
De:Bug, Ausgabe 44, Februar 2001
http://www.maedastudio.com
http://dbn.media.mit.edu
http://acg.media.mit.edu

Kurzreferat von Rüdiger Schlömer, FH Aachen Design, 04.Mai 2001

[ kommentieren?]